Sonntag, 8. März 2026, 17.00 Uhr, Pfarrkirche St. Katharina Horw
Da pacem
Stimmen des Friedens in einer zerrissenen Welt
Frieden beginnt im Zuhören. In der Musik von der Gregorianik bis zur Gegenwart begegnen sich Leid und Hoffnung betroffener Menschen. Über allem schwebt die Sehnsucht nach Frieden und Erfüllung eines sinnstiftenden Lebens. Die einzigartige Stimme des Tenors Rolf Romei, entrückte Harfen- und Orgelklänge und die 16 Stimmen der Basler Madrigalisten verweben sich zu einem facettenreichen Klangbild, das den Kirchenraum abwechselnd von der Empore und vom Altar her erfüllt.
Neben der berühmten gregorianischen Antiphon «Da pacem Domine» erklingen vokale und instrumentale Werke von Heinrich Schütz, Leoš Janáček, Maurice Ravel, Benjamin Britten, Knut Nystedt sowie der Schweizer Komponisten Frank Martin, Edward Staempfli, Heinz Holliger und Franceso Hoch.
Rolf Romei, Tenor
Basler Madrigalisten
Vera Schnider, Harfe
Martin Heini, Orgel
Raphael Immoos, Leitung
Rückblick „Da pacem – Stimmen des Friedens in einer zerrissenen Welt
Die Kirche füllt sich gegen 17.00 Uhr mit unserm treuen Stammpublikum, ergänzt mit neuen – auch jüngeren - Gästen. Der Titel des Konzertes «Da pacem» mit dem renommierten Chor lockt viele Interessierte an. Nach der Begrüssung durch Joseph Hofstetter tritt Raphael Immoos ans Mikrofon. Eindrücklich lädt er alle zu diesem Konzert ein mit dem eindringlichen Aufruf «Frieden beginnt im Zuhören». Momentan sind unsere Medien voll von negativen Schlagzeilen. Wir alle sehnen uns nach Frieden. Kompositionen aus der Gregorianik bis in die heutige Zeit reflektieren das Leid und die Hoffnung betroffener Menschen.
Da pacem Domine - gespannt lauschen wir der ersten Komposition. Die Klänge kommen von der Empore her und füllen den gesamten Kirchenraum – sehr schlicht und eindrücklich. Die Harfenistin Vera Schnider entlockt ihrem Instrument auch ungewöhnliche Klänge. Spielerisch leicht oder aber auch energisch zupft sie die Saiten. Im «Vater Unser» von Janacek beginnen erst die Männerstimmen. Rolf Romeis Tenorstimme und die Harfen- und Orgelklänge verbinden sich mit den 16 Stimmen der Madrigalisten zu einem vielschichtigen Klangbild. Mit dem» Agnus Dei» von Frank Martin hören wir die Orgel solistisch und eindrücklich gespielt von Martin Heini. Nun wechseln die Madrigalisten durch den Mittelgang in den Chorraum.
Für die Zuhörenden ist es interessant, die Sängerinnen und Sänger so präsent auch zu sehen. Bis zum Ende des Konzertes singen sie im Chorraum, nur die Harfe bleibt umständehalber auf der Empore zurück.
Es ist sehr eindrücklich, wie präzis und einfühlsam Raphael Immoos den Chor leitet. Den letzten Ton lässt er lange nachklingen, bevor er die Hände senkt. Einzelne Sängerinnen oder Sänger übernehmen zwischendurch solistisch einen Part oder wechseln den Standort. Mühelos wechseln sie Lautstärke, Intensität und Tempi, dazu die genaue Artikulation, sehr eindrücklich!
Die Kompositionen, dreizehn im Ganzen, wechseln sich ab in Stil und Ausführung. Da ist es hilfreich, ein Programm und Textheft zur Hand zu haben. Gespannt hören wir der neusten Komposition von Francesco Hoch zu, geschrieben im Jahr 2024 nach einem Zitat Selenskis.
So kommen wir in den Genuss einer Erstaufführung zu einem sehr aktuellen Thema. Der Chor artikuliert verschiedenste Töne und Worte, summt, flüstert, spricht abwechselnd mit den zwei solistischen Stimmen – spannend und bewegend.
Das Kontrastprogramm geht weiter mit dem getragenen Stück «Peace i leave with you» von Nystedt. Von der Empore erklingen Harfentöne im Stück «Notre père» von Frank Martin, Rolf Romeis kräftiger Tenor füllt den Kirchenraum bis in die hinterste Ecke. Grosser Applaus erfüllt die Kirche nach dem letzten Programmstück «Agnus Dei».
Als Zugabe hören wir» Verleih uns Frieden», ein stimmiges Lied zur Thematik des Konzerts, ein bewegender Moment für alle. Die Anspannung fällt, gelöst und glücklich verabschieden sich die Künstler vom begeisterten Publikum.
Christina Kleeb
Interview mit Raphael Immoos - Frieden beginnt im Zuhören