Sonntag, 26. April 2026, 18.30 Uhr
Histoire du Tango
Musik für Saxofon und Orgel
Alain Dobler, Saxofon
Martin Heini, Orgel
Astor Piazzolla hat den Tango revolutioniert. Doch zu Beginn seiner Laufbahn widmete er sich lieber dem Jazz und der klassischen Musik. In Paris hatte er ein Schlüsselerlebnis: Die grosse Kompositionslehrerin Nadia Boulanger forderte ihn auf, ihm auf seinem Bandoneon vorzuspielen. Sie war nicht sehr begeistert von Piazzollas Kompositionen. Als er einen Tango spielte, soll sie ausgerufen haben: «Das ist der wahre Astor Piazzolla!» Dies war die Geburtsstunde des Tango Nuevo. Piazzolla modernisierte den Tango, indem er ihn mit Elementen der europäischen Kunstmusik, der argentinischen Folklore und des Jazz verband.
Alain Dobler, Saxofon, und Martin Heini, Orgel, entführen das Publikum in die vibrierende Welt Piazzollas und lassen Volksmusik aus fernen Ländern, Latin und Jazz ins Programm einfliessen.
Rückblick „Histoire du Tango» - Musik für Saxofon und Orgel 26.04.2026
mit Alain Dobler und Martin Heini
Das letzte Konzert der Saison 2025-26 verspricht einen interessanten und abwechslungs-reichen musikalischen Genuss. Orgel und Saxofon zusammen sind eine selten gespielte Kombination. Martin Heini und Alain Dobler spielten schon zur Coronazeit im März 21 das Konzert «Bach tot he Future», allerdings ohne Zuhörer aber mit Videoaufnahme. Dieser Livestream ist auf der Homepage immer noch aufgeschaltet. Diesmal ist es ein Kontrast-Programm mit weltlicher Musik von zeitgenössischen Komponisten. Auf halb sieben füllt sich die Kirche mit erwartungsvollem Publikum, das den Sonntagabend des sonnigen Frühlingstages mit einem Konzertbesuch beschliesst.
Nach der Begrüssung durch Joseph Hofstetter gibt Alain Dobler eine kleine Einführung in das Programm. Die gesamte Aufführung wird auf der Empore stattfinden.
Die folgende Stunde ist erfüllt von den vielfältigen Klängen der Orgel und des Saxofons.
Iturraldes «Suite Hellénique» verbindet Elemente verschiedener Kulture bis hin zu Jazz. Iturralde selber war ein begnadeter Saxofonist und gründete die «Flamenco und Jazz Fusion.»
Astor Piazzollas bekannte» Histoire du Tango» ist im Original eigentlich für Flöte und Gitarre komponiert. Die Verzierungen sind genau ausnotiert im Gegensatz zum Stück «Angel», das typischerweise nur teilweise ein Gerüst stellt und dem Musiker Gelegenheit gibt, die Musik selber auszugestalten. Yuri Povolotskys «Suite in Retro Style» verbindet Elemente aus traditonellem Jazz und Latin mit Rhythmen aus den 60ern.
Passagen mit stampfenden Rhythmen wechseln sich ab mit melodiösen, getragenen Stellen. Der Dialog der Instrumente bringt Abwechslung und Zwiegespräche bilden spannende Momente. Das Konzert endet mit groovigen lateinamerikanischen Rhythmen des Komponisten Johannes Michel.
Mit grossem Applaus werden die Musiker verabschiedet, mit Freude spielen sie noch eine Zugabe. Die Konzertsaison 2025/26 findet einen würdigen Abschluss und motiviert bereits wieder für die neue Konzertsaison.
Christina Kleeb