Sonntag, 4. Januar 2026, 17.00 Uhr
Zarte Erfindungen und barocke Pracht
Kammermusik mit dem Catharina Consort Horw
Ein kalter Nachmittag anfangs Januar – das Catharina Consort trifft sich um halb drei zum Einspielen, alle sind mit sichtlicher Freude und Engagement dabei. Im Flyer wird das Programm vorgestellt, ein Fest italienisch-französischer Klangkunst erwartet die Besucherinnen und Besucher. Das Catharina Consort setzt sich aus Musikerinnen und Musikern der schweizerischen und europäischen Barockszene zusammen. Viele von ihnen sind Jahr für Jahr wieder dabei. Das treue Horwer Publikum ist auch heute zahlreich im Anmarsch. Trotz prekärer Strassenverhältnisse füllt sich die Kirche erfreulich, für viele gehört dieses Konzert zum Jahresanfang. Eine schöne Tradition, sicher trägt auch die weihnachtlich-festlich geschmückte Kirche dazu bei.
Pius Strassmann gibt eine kurze Einführung in das Konzertprogramm das schon im Titel
«Zarte Erfindungen und barocke Pracht» auf ein vielseitiges Konzert hinweist. Eine zentrale Rolle spielen diesmal die drei Violinen, wobei alle gleichwertig spielen, keine führt ständig, keine begleitet ausschliesslich. Es sind alle gefragt, jede Stimme kann Führung übernehmen.
Das bedingt ein besonders aufmerksames Miteinander und Mitfühlen.
Pius Strassmann betont auch wie wichtig es für Musiker ist, zu erleben wie Menschen zuhören. Emotionen kommen von den Zuhörern zu den Musikern und umgekehrt. Er wünscht allen ein genussvolles Zuhören.
Der Konzertabend beginnt mit der Komposition in C-Dur von Graun, in festlicher Pracht und vollem Klang mit allen acht Musikern. Die Blockflöte mit Pius Strassmann ist in dieser Komposition solistisch eingesetzt. Boismortiers tänzerische Sätze für drei Violinen, mit Sabine Stoffer, Jonas Krebs und Keiko Yamaguchi, werden inmitten des Publikums musiziert, was auch für die weiter hinten sitzenden Zuhörer ein besonders intimer Moment bedeutet.
Vivaldis Cellokonzert packt durch das kraftvolle Spiel des Violoncellos mit Pierre-Augustin Lay. Locatellis Konzert in c-Moll gibt der Violine, gespielt von Sabine Stoffer, ein eindrückliches Statement. Anstelle der Komposition von Sammartini wird ein Stück von John Baston gespielt, in dem die Blockflöte wieder zum Zuge kommt. Matthias Jäggi vervollständigt mit der Viola
die Streicherklänge, Teun Braken mit dem Cembalo und Martin Heini an der Truhenorgel tragen zum kammermusikalischen Ganzen bei. Ganz eindrücklich beim ganzen Musizieren ist das Miteinander der Künstler und die hör- und sichtbare Spielfreude.
Natürlich darf eine Zugabe nicht fehlen, was dem grossen Applaus geschuldet ist. Mit sichtlicher Freude und Gelöstheit geniessen die sympathischen Musikerinnen und Musiker die Begeisterung des Publikums. Wir freuen uns auf ein nächstes Mal mit dem Catharina Consort.
Christina Kleeb
Konzertflyer Zarte Erfindungen und barocke Pracht