Weihnachtsmusik von Marc-Antoine Charpentier - 5. Januar 2020 

In der weihnachtlich geschmückten und beinahe bis auf den letzten Platz besetzten Pfarrkirche erwartete das Publikum gespannt das Konzert. Der stimmungsvoll beleuchtete Chorraum bot einen prächtigen Rahmen für die Künstler.

Pius Strassmann dankte für die Einladung, seit 20 Jahren sei es Tradition, an Epiphanie in Horw spielen zu können. Er versprach den wunderbaren Klangraum in Raumklang zu verwandeln und gab eine hilfreiche Einführung.

Marc Antoine Charpentier, der Maler werden wollte, lernte in Italien das Malen mit Tönen. Der Komponist setzte mit Hinweisen „lange Pause, Stille“ bewusst ein Element, das zum Innehalten und in sich hören anregt. Oder wie ein Mystiker des 9. Jahrhunderts sagte: Wo Stille herrscht, sei du Musik!

In der folgenden Stunde erklangen Streicherklänge des Capricornus Consort, einfühlsam begleitet durch ein Cembalo. Hohe und tiefe Blockflöten ergänzten und verstärkten mit ihren Klangfarben die Kompositionen, unterstützt durch die Truhenorgel.

Noels bildeten einen stimmungsvollen ersten Teil. Auf-merksamen Zuhörern kamen die eine oder andre Melodie bekannt vor, aus der Messe de minuit anlässlich des Weihnachtsgottesdienstes. In der Motette stimmten die Solisten in den Jubel über die Ankunft des Königs ein. Die vier Sängerstimmen harmonierten wunderbar, Chorklang erfüllte den Kirchenraum.

Die Kantate“ In nativitatem Domini canticum“ bildete den zweiten Konzertteil, der Musiker und Solisten vereinte. Das innige Streicherstück „Nuit“ gliedert das Werk in zwei Teile. Der Chor sang den Lobpreis des geborenen Kindes in sanften Tönen, mit langen Pausen.

Da war sie beinahe greifbar, die Stille. Das Publikum war äusserst aufmerksam und dankte den Künstlern nach dem freudig jubilierenden Schlusschor mit kräftigem Applaus. Ein gesungener Vers - genannt Antiphon - erklang als Zugabe. Zuhörer wie Künstler verabschiedeten sich beglückt und bereichert voneinander.

Capricornus Consort Basel, Sara Jäggi Sopran, Jan Börner Altus, Raphael Höhn Tenor, Jonathan Sells Bariton, Pius Strassmann und Sebastian Schmidt Blockflöten, Martin Heini Orgel